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Omega-3 ist eines der Themen, über das wir hier immer wieder sprechen: Die Evidenz ist gut, die meisten von uns bekommen aber zu wenig davon, dabei macht es in der Lebensmitte wirklich einen Unterschied. Im Mai 2025 haben wir deshalb ein Webinar mit Ernährungswissenschaftlerin Kerstin Lamprecht von NORSAN veranstaltet, in dem sie nicht nur erklärt hat, wie Omega-3-Versorgung funktioniert, sondern auch Susannes persönliche Fettsäureanalyse live ausgewertet hat.
Susannes Fazit danach, ganz unverblümt: „Ich bin keine gute Einnehmerin – aber ich hab’s probiert, und meine Werte sind nun näher am Optimum.“
Genau das wollen wir euch heute zeigen. Was die Analyse ergeben hat, was die Werte bedeuten und was ihr daraus für euch mitnehmen könnt. Auch wenn ihr beim Webinar nicht dabei wart.
Wer den Mitschnitt mit Kerstin Lamprecht sehen möchte – er ist hier verfügbar. Sie erklärt darin sehr anschaulich, wie man eine Fettsäureauswertung liest und was man konkret daraus ableitet. Sehr empfehlenswert.
Warum Omega-3 so wichtig ist — ein kurzer Überblick
Wer schon unserem Leitfaden zu Omega-3-Fettsäuren war oder den Artikel über die vielfältige Wirkung von Omega-3 auf unsere Gesundheit gelesen hat, kennt die Grundlagen. Für alle anderen: hier die wesentlichen Punkte.
Omega-3-Fettsäuren- konkret EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) – gehören zu den essenziellen Nährstoffen. Der Körper kann sie nicht selbst herstellen, sie müssen über die Ernährung oder Supplementierung zugeführt werden. Die marinen Formen aus Fisch- oder Algenöl sind dabei besonders wirksam, weil sie direkt bioverfügbar sind – im Gegensatz zur pflanzlichen Omega-3-Vorstufe ALA, die der Körper nur zu einem sehr geringen Prozentsatz in EPA und DHA umwandeln kann.
Was EPA und DHA im Körper leisten:
- Entzündungsregulation: EPA und DHA wirken dem chronischen Niedrigschwellungs-Entzündungsgeschehen entgegen, das mit einer Vielzahl von Erkrankungen in Verbindung gebracht wird. In den Wechseljahren ist das besonders relevant: Sinkende Östrogenwerte schwächen den natürlichen Entzündungsschutz, den Östrogen im Körper bietet. Omega-3 kann hier regulierend eingreifen.
- Herz-Kreislauf-Gesundheit: EPA trägt zur Senkung erhöhter Triglyceridwerte bei und unterstützt einen gesunden Blutfluss. Da das Herz-Kreislauf-Risiko in der Postmenopause deutlich steigt dient Omega-3 hier als eine gut belegte Stellschraube, an der man drehen kann.
- Gehirn und kognitive Funktion: DHA ist ein struktureller Baustein von Gehirnzellen. Bis zu 30 % der weißen Substanz des Gehirns bestehen aus Omega-3-Fettsäuren. Konzentration, Gedächtnis, Stimmung und mentale Belastbarkeit hängen direkt von einer ausreichenden DHA-Versorgung ab.
- Stimmung und Schlaf: Mehrere Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen EPA-Spiegeln und depressiven Verstimmungen. Auch Schlafqualität und emotionale Regulationsfähigkeit werden mit Omega-3 in Verbindung gebracht.
Das Problem ist nicht, dass Omega-3 unbekannt wäre, das Problem ist das Verhältnis. Unsere westliche Ernährung ist von Omega-6-Fettsäuren dominiert: Sonnenblumenöl, Maisöl, verarbeitete Lebensmittel, günstige Fleischprodukte. Omega-6 und Omega-3 sind biochemische Gegenspielerbeide konkurrieren um dieselben Enzyme im Körper. Zu viel Omega-6, zu wenig Omega-3 bedeutet: Der Körper produziert mehr entzündungsfördernde Botenstoffe als entzündungshemmende. Das Verhältnis zu kennen ist deshalb mindestens genauso wichtig wie der Omega-3-Wert allein.
Und genau dafür gibt es die Fettsäureanalyse.
Die NORSAN Fettsäureanalyse — was gemessen wird und was die Werte bedeuten
Die Analyse ist einfacher als man denkt: Ein kleiner Bluttropfen aus der Fingerkuppe wird auf eine Testkarte aufgetragen und ans Labor geschickt. Das Ergebnis ist eine detaillierte Auswertung der Fettsäurezusammensetzung in den roten Blutkörperchen, also nicht was man gerade gegessen hat, sondern was tatsächlich in den Zellen steckt. Das gibt einen stabilen Langzeitwert, vergleichbar mit dem HbA1c beim Blutzucker.
Die drei zentralen Kennwerte:
- HS-Omega-3 Index: Der wichtigste Einzelwert. Er gibt an, wie viel Prozent der Fettsäuren in den roten Blutkörperchen EPA und DHA ausmachen. Der Zielbereich liegt bei 8–11 %. Unter 8 % gilt als suboptimal, unter 4 % als Hochrisikobereich für kardiovaskuläre Ereignisse. Studien zeigen, dass Menschen mit einem Omega-3 Index über 8 % ein signifikant niedrigeres Herzinfarktrisiko haben als Menschen unter 4 %. Die meisten Deutschen liegen zwischen 5 und 7 % — also deutlich im suboptimalen Bereich.
- Omega-6/3-Verhältnis (AA:EPA): Dieses Verhältnis gibt an, wie stark das Gleichgewicht zwischen entzündungsfördernden (Arachidonsäure, AA) und entzündungshemmenden (EPA) Fettsäuren verschoben ist. Ein Verhältnis von 2,5:1 gilt als optimal. In Deutschland liegt der Durchschnitt bei rund 12:1 — ein deutlicher Hinweis darauf, dass die meisten Menschen sich in einem latenten Entzündungsüberschuss befinden, ohne es zu merken.
- HS-Trans Index: Dieser Wert zeigt den Anteil industrieller Transfettsäuren in den Zellen – ein direkter Spiegel des Konsums von industriell gehärteten Fetten aus Fertigprodukten, Fast Food und bestimmten Backwaren. Der Grenzwert liegt bei 1,04 %; je niedriger, desto besser.
Susannes Werte — drei Messungen im Vergleich
Susanne hat die Analyse insgesamt drei Mal gemacht: 2021, Anfang 2025 und Dezember 2025. Die drei Messungen zusammen erzählen mehr als jede Einzelmessung für sich, weil sie zeigen, was passiert, wenn man Omega-3 unregelmäßig supplementiert, und was passiert, wenn man es konsequenter tut.
Was die Werte zeigen:
Zwischen 2021 und Januar 2025 haben sich Susannes Werte verschlechtert, der Omega-3 Index sank von 6,8 % auf 6,1 %, das Omega-6/3-Verhältnis stieg von 7,1 auf 8,4. Eine Phase unregelmäßiger Einnahme, die sich in den Zellwerten direkt abbildet.
Zwischen Januar und Dezember 2025 dann eine klare Trendumkehr: Der Omega-3 Index stieg auf 7,6 %, EPA um 42 %, DHA um 23 %. Das Omega-6/3-Verhältnis verbesserte sich von 8,4 auf 6,2 – noch nicht im Zielbereich, aber eine deutliche Bewegung in die richtige Richtung.
Bemerkenswert dabei: Susanne beschreibt sich selbst als keine konsequente Einnehmerin. Die Verbesserung entstand also nicht durch perfekte Disziplin – sondern durch regelmäßigere Einnahme als zuvor. Gleichzeitig zeigt der Längsschnitt über alle drei Messungen: In vier Jahren war Susanne nie im Zielbereich von 8 %. Genau das zeigt wie schwer es ist, allein durch Supplementierung einen optimalen Omega-3 Status zu erreichen, wenn Dosierung und Regelmäßigkeit nicht stimmen.
Der HS-Trans Index bleibt über alle drei Messungen konstant im grünen Bereich, was auf eine Ernährung weitgehend ohne industriell verarbeitete Fette hindeutet.
Kerstins Empfehlung — was jetzt sinnvoll ist
Um den Omega-3 Index dauerhaft in den Zielbereich von 8 % zu bringen, empfiehlt sie:
- 2.000 mg EPA + DHA täglich – aus hochwertigem Fischöl oder Algenöl. Bei der Produktwahl ist die tatsächliche EPA/DHA-Konzentration entscheidend, nicht die Gesamtmenge an Fischöl auf der Verpackung. Viele Produkte enthalten deutlich weniger EPA und DHA als es auf den ersten Blick scheint.
- Immer mit einer fetthaltigen Mahlzeit – das ist kein optionaler Hinweis, sondern biochemisch relevant. Omega-3-Fettsäuren sind fettlöslich. Die Enzyme im Darm, die für ihre Aufspaltung und Resorption zuständig sind (vor allem die Pankreaslipase), werden durch Nahrungsfett aktiviert. Nimmt man Omega-3 nüchtern oder zu einer sehr fettarmen Mahlzeit, wird ein erheblicher Teil davon nicht aufgenommen.
- Kontrollmessung in 3–6 Monaten, um zu überprüfen, ob der Omega-3 Index tatsächlich die 8 % erreicht. Ohne Messung bleibt es Raten.
Susanne nimmt das NORSAN Omega-3 Total – mit einem höheren EPA-Anteil, was laut Kerstin besonders gut für das Herz-Kreislauf-System ist.
Ein wichtiger Hinweis, bevor du mit der Supplementierung anfängst
Omega-3-Fettsäuren gelten zu Recht als gut verträgliches Nahrungsergänzungsmittel und dennoch gibt es eine Situation, in der du vorher unbedingt ärztlichen Rat einholen solltest: wenn du blutverdünnende Medikamente nimmst.
Der Grund: Omega-3-Fettsäuren beeinflussen die Blutgerinnung. Norsan weist explizit darauf hin und empfiehlt in diesem Fall eine individuelle Rücksprache mit einer Ärztin.
Das gilt für alle gängigen blutverdünnenden Medikamente – sei es Marcumar, ASS (Aspirin in therapeutischer Dosis) oder neuere Präparate wie Xarelto oder Eliquis. Die Kombination ist nicht automatisch problematisch, aber die Dosierung sollte in diesen Fällen ärztlich begleitet werden.
Was du daraus mitnehmen kannst
Susannes Geschichte ist kein Einzelfall. Viele nehmen Omega-3 – aber eben irgendwie. Mal regelmäßig, mal nicht. Und gehen trotzdem davon aus, dass es schon reichen wird.
Die Fettsäureanalyse nimmt das Raten raus. Sie zeigt schwarz auf weiß, wo man steht und was es braucht, um wirklich in den optimalen Bereich zu kommen.
Wer das selbst ausprobieren möchte: Die NORSAN Fettsäureanalyse gibt es auch als Kombi-Paket mit einem 3-Monats-Vorrat Omega-3 für 124 € statt 161 € (vegane Variante: 129 €) – die Analyse allein kostet 89 €.
Mit nobodytoldme15 gibt es 15 % auf den ersten Einkauf.
Und wer verstehen möchte, wie man seine persönliche Auswertung richtig liest – Kerstin Lamprecht erklärt es Schritt für Schritt in unserem Webinar.

2 Kommentare
Guten Tag, wo soll ich Fragen stellen, zur Nährstoff u Hormon-webinar, damit sie die Sammeln können,
MfG Sabine Erz
Liebe Sabine, in der E-Mail zum Webinar, die wir dir heute geschickt haben, ist das Formular für die Frage verlinkt. Kannst du es finden? Liebe Grüße, Susanne