„PSYCHOPHARMAKA SIND KEINE LÖSUNG.“

Hier folgt der dritte und letzte Teil unseres Interviews mit der Heilpraktikerin Ina Asmus-Brütt.

Susanne Liedtke: Ina, Du hast vorhin bei Hormonersatztherapie die bioidentischen Hormone erwähnt. Kannst Du dazu noch was sagen? 

Ina: Bioidentische Hormone sind einfach schon chemisch hergestellte Hormone, die aber sozusagen unseren Strukturen nachgebaut worden sind. Und von daher passen sie mehr ins System als wenn ich ein wirklich nicht unserem Körper angepasstes Gestagen in den Körper einnehme oder einreibe. Da ist es eben halt einfacher, wenn ich wirklich ein nachgebautes Progesteron nehme. 

Susanne: Das heißt, das ist identisch zu dem, was ich im Körper selber bilde…

Ina: Was Du im Körper hast, genau.

Susanne: Und damit wird es vom Körper auch nicht als fremd erkannt, sondern genauso verstoffwechselt…

Ina: Genau. Wie das was ich im Körper auch selber bilde.

Susanne: Ja, okay. Was war bisher die größte Überraschung in Deiner bisherigen langjährigen Praxis? 

Ina: Also die Überraschung ist jeden Tag, so dass ich einfach denke, eine gute Zusammenarbeit mit den Patienten, aber eben auch, dass ich merke, wie die Frauen wieder aufblühen sozusagen wie eine Rose, die in einer Knospe ist und dann mit einem Mal so peu a peu einfach die Blätter wieder öffnet und Lebensfreude empfindet und einfach sich wohlfühlt, wieder schlafen kann, wieder Freude am Leben hat. Und das empfinde ich jeden Tag als Geschenk auch für mich, also dass das eben wieder möglich ist.

Susanne: Jetzt weiß ich, im Vorgespräch hattest Du mal gesagt, je früher die Frauen kommen, umso besser kann man sie darin noch stärken. Also eine Frau, die mit 50 kommt… 

Ina: Die kann man auch noch stärken, gar keine Frage, aber wenn ich früh eben halt einfach komme, dann kann ich so einen Weg ebnen und kann einfach den Frauen sagen, wo sie an welchen Positionen einfach nochmal aufpassen müssen und nochmal genau hingucken müssen, sich stärken müssen, dass man einfach für sich so einen Leitfaden bekommt. So eine Timeline, wo man dann einfach sagt, okay, an den und den Punkten muss ich nochmal ein bisschen mehr auf mich Acht geben, deshalb ist es einfacher. 

So und du entwickelst dann auch noch ein besseres Körpergefühl, das kriegst du mit 50 auch noch hin, aber da braucht es mehr Energie. Manchmal lässt die Energie schon so ein bisschen nach und dann ist es einfach viel, viel mehr Arbeit noch, auch für die Frau, als wenn sie rechtzeitig kommt.

Susanne: Ein bisschen hattest Du es eben schon angedeutet, ich frage es trotzdem nochmal, was motiviert Dich am meisten bei Deiner Arbeit?

Ina: Ja, mich motiviert einfach, dass man mit so einfachen Mitteln so viel erreichen kann, und dass ich Frauen stark machen kann. Das sie einfach auch zu ihrem Arzt gehen und sagen, ich möchte jetzt aber das und das haben oder das und das möchte ich nicht haben, dass einfach diese Eigenverantwortung wieder da ist. Und man selber sich nicht so in diese Situation begibt, ach, es hilft ja eh alles nichts, sondern diese Qualität, diese Stärke, die wir ja auch mit der Menopause oder mit den Wechseljahren ja auch bekommen, so dass wir einfach wieder das Gefühl haben, so ja, wir stehen für uns ein und diesen Weg zu gehen, das finde ich wichtig. 

Susanne: Super, das ist ein schöner Appell. Du hast eben wirklich die Wechseljahre nochmal positiv gedreht…

Ina: Ja.

Susanne: Erzähl‘ doch mal die positiven Aspekte der Wechseljahre. 

Ina: Also ich finde einfach, das bekommt so eine Qualität der Weisheit, so dass wir einfach auch den jüngeren Frauen was mitgeben können. Das merke ich einfach in der Praxis, dass ich jetzt in der Position bin, dass die wirklich dann mir das auch glauben und einfach sagen, okay, die hat es auch schon erlebt, die weiß, wie es geht und wenn ich die so angucke, denke ich okay, die hat es ganz gut gemeistert. Dann kann ich dadurch sehr viel Vertrauen erwecken und auch Stärke und auch von meiner Erfahrung lebt das dann mehr. Also von daher, ich finde, das ist auch eine Zeit, wo ich mir keine Gedanken mehr drüber machen muss, eine Falte mehr oder weniger macht nichts, sondern ich lebe dann einfach, in meiner Präsenz bin ich dann sehr da und lebe das dann auch und das finde ich einfach schön.

Susanne: Vielleicht noch als Abschluss, so Dein Wunsch oder hast Du nochmal so einen Appell für die Frauen?

Ina: Für mich ist der Appell einfach, dass ich denke, sie sollen nie aufgeben, den richtigen Therapeuten zu suchen, weil den gibt es. Und auch selbst, wenn ich mich oft nicht aufgehoben fühle, wechsle und finde einfach den, mit dem du zusammenarbeiten kannst und wo du das Gefühl hast, du fühlst dich wohl, aufgehoben, geborgen und du kannst jederzeit den anrufen und sagen so, Hilfe, Hilfe, ich brauche jetzt Unterstützung, das ist eigentlich nochmal wichtig. Und sich bitte, bitte nicht in die Schiene der Psychopharmaka zu begeben, das größte Problem bei Frauen ab 45 bis Ende oder Mitte 60 ist, dass die unglaublich schnell in die Schiene der Psychopharmaka geschoben werden. Das ist keine Lösung und wir brauchen es nicht.

Susanne: Das ist so ein schönes Schlusswort. Ina, ganz, ganz vielen Dank…

Ina: Gerne.

  • 1. Teil des Interviews: „Libidoverlust ist ein großes Thema.“ Ina Asmus-Brütt
  • 2. Teil des Interviews: “ Wir Frauen sind hoch sensible Wesen und wir wissen meistens wie es uns geht und was uns gut tut und was uns nicht gut tut. Und das zu stärken, das finde ich einfach so wichtig, das ist das A und O, damit wir einfach fröhlich und gesund alt werden können, sonst funktioniert es nicht.“ Ina Asmus-Brütt

Zeichnung: Johannes Kjell Holsten

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