Wien in zweieinhalb Tagen: mein Best Of zu Fahrradrouten, Restaurants, versteckten Orten – und warum Wien auch mit einer Freundin wunderbar ist.
Ich war in Wien. 55 Stunden. Meine Schwester hatte mich und ihre Tochter (und mein Paten“kind“) nach Wien eingeladen. Es war sehr schön. Wer allerdings mit einem Familienmitglied aus der Familie meiner Schwester Urlaub macht, muss auch wissen, dass sich die gemeinsame Zeit durch ein hohes Aktivitätslevel auszeichnet. Und so kann ich heute sagen: dieser Städtetrip war einer der schönsten der vergangenen Jahre (und gleichzeitig einer der anstrengendsten … Aber was willste machen?! Kannst ja nicht deiner sportlichen Schwester und noch sportlicheren Nichte sagen, dass du eigentlich gepflegt im A*sch bist und lieber mit Buch unterm Arm von Kaffeehaus zu Kaffeehaus schlendern möchtest. Man will sich ja keine Blöße geben.)
Die Anreise: kleiner Wettlauf zum Bahnhof gefällig?
Schon die Anfahrt zum Bahnhof wurde zu einer kleinen sportlichen Einheit. Schrieb ich gerade „Anfahrt“?! Man fährt natürlich nicht mit den Öfis zum Hauptbahnhof. Taxi? Gott bewahre. Nein man packt seinen Rucksack, in dem ich nebst Laptop und Kochbuch-Manuskript 3 Kilogramm Meal Prep verstaut hatte, auf den Rücken, zieht brav den Rollkoffer hinter sich her und geht im Sauseschritt zum Bahnhof. Weil man ja damit auch noch ein bisschen Sehenswürdigkeiten bestaunen kann. So wird jede Minute voll ausgenutzt.
Und im Zug? Da habe ich – selbst schuld, weil Terminschiene nicht eingehalten – die letzten Korrekturen an unserem Kochbuch gemacht. War ne kleine Herausforderung, weil ich auch noch den Stapel Papier im Gleichgewicht halten musste. Nun denn. Wien, wir kommen!
KURZER STOPP BEIM VERLAG
Am ersten Morgen ging es noch kurz auf eine Stippvisite mit dem Fahrrad zum Brandstätter Verlag, um noch letzte Korrekturen durchzugehen. Ich freue mich sehr auf unser Kochbuch und jetzt ist es fast zum Greifen nah. Unglaublich!
Danach wollten wir eine kleine harmlose Fahrradtour zu einem Freibad machen. Eigentlich eine sehr schöne Idee …
Zum schönsten Freibad Wiens: das Krapfenwaldlbad
Gut, dass ich mir die Fahrradstrecke vorher nicht angeschaut hatte … Was ein kleines Fahrradtürchen werden sollte, entpuppte sich teilweise als Mountainbike-Route. Wir fuhren zum Krapfenwaldbad auf den Cobenzl – so eine Art Hausberg Wiens. Das Ganze bei über 30 Grad im Schatten. Aber ich muss sagen, es hatte sich alles gelohnt. Das ist ja wohl das allerschönste Freibad, was ich je betreten habe. Und dann hat man auch noch einen atemberaubenden Blick auf die ganze Stadt. Herrlich.
Ich legte mich trotzdem erst einmal gepflegt schlafen (während meine Schwester samt Nichte schon mal ein paar entspannte Bahnen schwommen. Wir machten die das nur?!. Egal, ich war komatös am Schlafen. So ein Nickerchen am Tage ist doch wie ne Frischzellenkur!)
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Essen. Das Beste kommt jetzt.
Essen geht bei mir natürlich immer. Hier kommen meine Highlights.
Eher unscheinbar gelegen, dafür ein kleines Juwel in der (Groß)stadt: der Hidden Kitchen Kiosk. Die ganzen Salate dort haben mich sehr begeistert. Es gibt die Hidden Kitchen auch mitten in der Stadt. Schau dir mal allein das Frühstück an. Davon bitte in jeder Stadt eine Filiale!
Nach unserem Freibad Besuch ging es abends auf den Wiener Naschmarkt ins Neni. Hier hätte ich am liebsten alles einmal probiert. Wir haben alle etwas anderes bestellt und dann alles geteilt, auch – wie du siehst – das dekadente Dessert: Knafeh, was verboten lecker war.
Ansonsten haben wir aber auch in der Stadt gepicknickt, was das Zeug hielt. Es gibt überall einen Super- oder Biomarkt und du bekommst easy Hummus, Salat, Kefir, Gemüse und dunkle Schokolade. Einer unserer schönsten Picknick Orte war der Innenhof des MuseumsQuartiers – mitten in der Innenstadt – ist ein echter Geheimtipp. Musste unbedingt mal hin, wenn du in der Stadt bist.
Schlendern, Entdecken, Shoppen.
Am zweiten Tag haben wir morgens unser gesamtes Gepäck in die modernen Schließfächer am Wiener Hauptbahnhof deponiert und sind dann den ganzen Tag mit freien Händen durch die Stadt.
Sehr empfehlen kann ich auch die Gumpendorfer Straße: viele kleine, besondere Läden, handwerklich und eigenwillig. Genau mein Ding. Und unbedingt beim phil vorbeischauen: ein laptopfreies Café mit 4.000 Büchern, Bar und Schanigarten. Genau der richtige Ort, um die Seele baumeln zu lassen oder ein gutes Buch zu entdecken.
Hamburg, du könntest von Wien lernen.
Wien hat nicht nur fantastische Fahrradwege. Wien ist noch dazu mit einem Meer aus Wildblumen durchtränkt. Jedes noch so kleine Stückchen Erde ist hier ein Beet, auf dem die schönsten gelben Wildblumen blühen.
Wien geht übrigens auch bei über 30 Grad im Schatten, denn diese Stadt bietet an ganz vielen Stellen Abkühlung und gekühltes Trinkwasser.
Und so haben wir uns zwischendurch einfach mal mit Sprühnebel abgekühlt:
Das waren 55 Stunden Wien.
Meine Schwester und ich sind gemeinsam mit dem ÖBB Nightjet zurück nach Hamburg gefahren. Die Kabinen lassen sich miteinander verbinden – wir hatten die untere „Etage“ für uns. Und natürlich haben wir wieder Picknick gemacht. Im Zug.
Es ist ein bisschen wie Zelten. Aber in der Bahn. Und irgendwie ’n bisschen cool. Hat auf jeden fall ganz viel Spaß gemacht. Und wir wollen alle wiederkommen in diese tolle Stadt. Auch, wenn ich jetzt erst einmal Erholung brauche.
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6 Kommentare
Lustig! Vor zwei Wochen war ich mit meinem Mann in Wien und auch im Neni am Naschmarkt. So lecker, gefühlt besser als das Neni in Hamburg…ich war auch vom Donaukanal und der Donauinsel, die tolle Stadtbegrünung ist mir auch sehr positiv aufgefallen.
Irgendwo sah ich auch eine Werbung für den Brandstätter-Verlag und musste gleich an Euer Kochbuch denken! Scheint mir ein toller Verlag zu sein, nicht nur die Inhalte, auch das Layout begeistert mich. Dort erschienen und Empfehlung von mir: „Feindbild Frau“ von Ingrid Brodnig.
Bei mir ein Wermutstropfen und deshalb ein Anflug von Neid: Unser gebuchter Nightjet ist ersatzlos ausgefallen wegen Sturms auf den deutschen Gleisen!
Viele Grüße,
Hilke
Liebe Hilke,
ich gebs weiter an das Team vom Brandstätter Verlag.
Und dann hast du ja vielleicht noch mal die Gelegenheit, mit dem Nightjet zu fahren.
Liebe Grüße
Susanne
Liebe Susanne
Einfach WUNDERBAR, dein Wienreisebericht!
Du hast mir damit ein herzliches Lachen auf mein Gesicht gezaubert und Lust gemacht, Wien eimal zu besuchen.
Lieben Dank!
Ich schätze auch die Newsletter von nobodytoldme, weil somebody tells me openly about women‘s health at last.
Bin in der Menopause mit ADHS und Hypersensitivität und verstehe meine Issues wie bleierne Müdigkeit, brain fog und mangelnde Konzentration, besser; wie auch weshalb meine ADHS hacks und Medikamente nicht mehr funktionieren.
Lieben Dank!
Cordially from Switzerland
Hanna Thomas-Rüger
Ganz lieben Dank dir, Hanna, und alles gute für dich.
Jetzt habe ich wahnsinnige Lust auf Wien 😊 Danke für diesen kurzweiligen und lustaufwienmachenden Artikel.
Danke, das freut uns sehr, Alexandra.