Ein kurzer, stechender Schmerz beim Tragen der Einkaufstasche oder beim Öffnen eines Schraubglases und nur Minuten später schwillt der Finger an, pocht und verfärbt sich tiefblau. Manche Frauen ab 40 wundern sich auf einmal über blaue Finger.

So schrieb uns eine Teilnehmerin kürzlich:

„Meine Adern zerreißen sehr leicht sowohl in den Fingern als neuerdings auch in den Füßen. Jetzt würde ich gerne meine Gefäße stärken – sowohl gezielt durch Lebensmittel als auch Ergänzungen, weil es zum einen schmerzhaft ist und zum anderen Sorge in mir bzgl. Thrombose auslöst.
Meine Mutter hat das selbe Thema in den Fingern, aber die ist halt auch einiges älter als ich …“ 

 

Die wichtigste Nachricht vorweg: in aller Regel ist dies harmlos. Dieser Artikel ersetzt trotzdem nicht das Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Was passiert da im Körper?

Medizinerinnen sprechen vom sogenannten Achenbach-Syndrom (auch paroxysmales Fingerhämatom genannt). Dabei gibt eine winzige, oberflächliche Kapillare dem alltäglichen Druck kurz nach und reißt ein. Das Blut tritt ins umliegende Gewebe aus und bildet einen sichtbaren, manchmal schmerzhaften Bluterguss. Gelegentlich tritt das Phänomen auch an den Zehen oder Fußsohlen auf.

Vor allem Frauen ab 40 sind oft betroffen. Studien zeigen ein Verhältnis von etwa 7:1 (über 80 bis 85 % der Betroffenen sind weiblich).

Der Grund: Mit den natürlichen hormonellen Umstellungen in der Perimenopause und Menopause verliert auch unser Bindegewebe rund um die Gefäße etwas an Elastizität und Spannkraft und die kleinen Äderchen werden dadurch verletzlicher.

Gefäß-Power auf dem Teller: So machst du deine Adern reißfest

Buchweizen I Rutin I Achenbach Syndrom I blaue Finger

Es ist keine spezielle medizinische Behandlung nötig. Du bist aber davon betroffen? Das kannst du tun, um deine Gefäßwände und das stützende Gewebe ganz gezielt über die Ernährung stärken. Es bringt das Östrogen nicht zurück und es vermag die Mikroverletzungen auch nicht verhindern, aber es ist immer eine gute Idee, etwas für die Blutgefäße zu tun.

Diese Mikronährstoffe sind echte Gefäßschützer:

Bioflavonoide (insbesondere Rutin): Sie wirken wie ein natürlicher „Gefäßdichter“, der die Durchlässigkeit und Brüchigkeit der Kapillaren verringert.

Deine Top-Quellen: Echter Buchweizen (z. B. als Buchweizentee, Mehl oder Porridge), Kapern (sie enthalten aber eingelegt auch sehr viel Salz, von daher jetzt bitte nicht esslöffelweise essen), Beerenfrüchte sowie das weiße Gewebe direkt unter der Schale von Zitrusfrüchten. Dir wird auffallen, dass wir in unserem Kochbuch immer Zitronenabrieb verwenden und das hat nicht nur mit dem Aroma, sondern auch mit den Inhaltsstoffen zu tun. Denn der Abrieb enthält zum Beispiel auch dreimal so viel Vitamin C wie der Saft der Zitrone. 

Vitamin C: Ohne Vitamin C kann der Körper kein stabiles Kollagen für reißfeste Gefäßwände aufbauen.

Deine Top-Quellen: Rote Paprika, Hagebutten, Sanddorn, Brokkoli, schwarze Johannisbeeren und Zitrusfrüchte, insbesondere der Abrieb der Schale. Da Vitamin C hitzempfindlich ist, bitte erst zum Schluss auf die Gerichte streuen.

OPC (Oligomere Proanthocyanidine) & Polyphenole: Das sind starke pflanzliche Antioxidantien, die das Gefäßendothel vor freien Radikalen schützen.

Deine Top-Quellen: Traubenkernprodukte, dunkle Trauben, Aroniabeeren und grüner Tee.

Zink: ein wichtiger Baustein für ein festes Bindegewebsgerüst, das den Gefäßen Halt gibt.

Deine Top-Quellen: Austern, Weizenkeime, Leber, Sojabohnen, Fleisch, Parmesan, Kürbiskerne, Walnüsse, Hirse und Linsen. Pro Tipp: Pflanzliche Eiweiße verbessern die Zinklöslichkeit im Darm.

Omega-3-Fettsäuren: Sorgen für geschmeidige Gefäßwände und wirken mikrovaskulären Entzündungsprozessen entgegen.

Deine Top-Quellen für Omega-3 Fettsäuren: Leinsamen, Hanfsamen, Chiasamen, Walnüsse, fetter Seefisch oder Algenöl.

Dein Weg zu gesunden Gefäßen, strahlender Haut & Balance

Starke Gefäßwände, elastisches Bindegewebe und ein vitaler Teint haben denselben Ursprung: eine optimale Zellversorgung und hormonelle Balance von innen heraus.

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