Heisshunger ist verschwunden, das morgendliche Energietief löst sich auf, und die Kleidung sitzt nach 15 Jahren erstmals wieder spürbar lockerer am Bauch.

Liebe Susanne

Zeit für einen kleinen Lagebericht aus meinem «stillen und leisen» BR-Prozess.

Mit meinen 55 Jahren bin ich nun schon das zweite Mal bei dir mit an Bord. Im April war mein Start allerdings unerwartet speziell. Frisch operiert wegen eines Gebärmutterkarzinoms war meine Ausgangslage eher «Körper sortieren und Wunden heilen» als heitere Selbstoptimierung.

Apropos heiter: Bis Ende 30 war ich das blühende Leben: gesund, schlank, sportlich und trotz Geburten mit einem Bauch gesegnet, der glatt als Bügelbrett durchgegangen wäre. Dann kam die erste von drei Unterleibs-OPs – mutmasslich zusätzlich serviert auf einem Bett aus Perimenopause – von der damals allerdings noch niemand sprach und die mich echt hat leiden lassen. Nach einer langen Sportzwangspause begann mein Bauch, hartnäckige Souvenirs an der völlig falschen Stelle zu horten. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich plötzlich «Bauch» (wenn man die Schwangerschaften mal ausklammert) und innert weniger Jahre 10 kg mehr auf der Waage.

Noch viel mehr beschäftigt mich aber seit der Menopause – und ehrlich gesagt auch schon davor – meine extrem wankelmütige Freundin namens Energie. Eine ziemlich launische Diva, die mir den Alltag zum Teil zum Gräuel macht.

Aber zurück zum BR-Prozess: Schon dein April-Kurs war fantastisch und dein fundiertes Wissen schlicht genial! Das Thema Ernährung fasziniert mich seit meiner Jugend – rückblickend eigentlich schade, dass ich daraus keinen Beruf gemacht habe. Riesige «Wow!»-Momente blieben im April zwar aus, aber das habe ich für mich ganz diplomatisch übersetzt: «Siehste, du machst ja grundsätzlich schon sehr viel richtig!» Ein paar Stellschrauben wurden trotzdem nachjustiert: Mehr Omega-3, extra Magnesium und eine noch grünere Ladung auf dem Teller. Der eigentliche Gamechanger war jedoch die Umstellung auf drei feste Mahlzeiten. Bis dahin hatte Freundin Wankelmütig mich nämlich verführt, ständig kleine «gesunde Häppchen» nachzutanken – in der Hoffnung – und manchmal auch Verzweiflung – auf den schnellen Energieschub.

Eigentlich wollte ich den Kurs danach nochmals ganz entspannt durcharbeiten und weiter feintunen… Nun ja. Dazwischen drängelte sich erst mal einer meiner regelmässigen TÜV-Termine in Form einer Magen-Darm-Spiegelung (jährlicher Pflichttermin dank Lynch-Syndrom). Mein Darm steckt diese Durchsicht mit etwas Unterstützung zwar gut weg, aber mein Bauchumfang meldete bis dahin eher «stets bemüht». Und hey: Es gibt schliesslich auch sportlich fitte Frauen MIT Bauch – zum Beispiel mich!

Kurz vor der zweiten BR-Runde habe ich dann angefangen, Kreatin einzunehmen. Ich teste seit langem alle zwei bis drei Monate ein neues Bestechungsmittel, um Freundin Wankelmütig milde zu stimmen und sie zu einer verlässlicheren Reisebegleiterin zu machen. Und mir kommt vor, als würde dies für mich einen Unterschied machen.

Und jetzt: BR, die Zweite! Nochmals die Chance, tiefer einzutauchen und wertvolle Wissenskrümel aufzupicken. Mein Meisterstück diesmal: radikales Meal Prep, insbesondere bei den Eiweissquellen. Protein muss jetzt bei jeder Mahlzeit als richtiger Treibstoff mit an Bord sein – gar nicht so ohne, wenn man überwiegend vegan unterwegs ist (ergänzt um das wöchentliche Stück Fisch oder Hühnchen und 2–3 Eier).

Und was passiert? Das Wunder geschieht! Der ständige Zwischendurch-Hunger schrumpft gen null, die Portionen werden kleiner und sogar mein obermühsames Morgentief verkrümelt sich langsam! Einziger kleiner Haken: Mein innerer Wecker wirft mich jetzt schon um 5 Uhr morgens aus den Federn statt um 6 Uhr. Aber irgendwas ist ja immer.

Und zum ersten Mal seit knapp 15 Jahren sitzen meine Hosen wieder spürbar lockerer – ein paar Zentimeter Bauchumfang haben sich bereits verabschiedet! Ein herrlich luftiges Gefühl, das sehr gerne noch etwas andauern darf. 2 kg weniger nach fast 6 Monaten sind kein Rekord, ich bin dennoch happy. Und wenn ich noch 3 kg schaffe bis nächsten Sommer, bin ich mehr als zufrieden.

Was bleibt? Nun, Freundin Wankelmütig hat immer noch ihren eigenen Kopf. Aber wer weiss – vielleicht verzieht sich ihre Launigkeit ja im Windschatten des schwindenden Bauchfetts ganz still und leise Richtung Horizont.

Tausend Dank für dein riesiges Engagement! Es ist ein absolutes Fest, dass selbst ein angefressener Ernährungs-Nerd wie ich so unglaublich viel von deiner Erfahrung und deinem Wissen profitieren kann.

Liebe Grüsse
Anita