Kurz gesagt ist die Menopause die Umkehr der Pubertät. Unsere Fähigkeit, Kinder gebären zu können, wird wieder zurückgebaut. Und das kann körperlich und psychisch genauso turbulent zugehen, wie einst der Aufbau all dessen, was man mit Weiblichkeit assoziiert. Ist es eine Krankheit? Nein. genausowenig wie die Pubertät eine ist. Kann es uns selbst und die Menschen um uns herum an den Rande des Wahnsinns treiben? Ja. Absolut. Es ist kein Zufall, dass die meisten Suizide bei Frauen in Deutschland im Alter zwischen 50 und 55 Jahren geschehen¹. Ich schreibe das hier nicht, um Panik zu entfachen, es zeigt nur, dass da einiges zusammen kommen kann in der Lebensmitte.    

Ganz genau genommen ist die Menopause auch nur EIN Tag im Leben einer Frau. Nämlich der Zwölf-Monats-Geburtstag des Ausbleibens ihrer allerletzen Regelblutung. Ja, ihr habt richtig gelesen: wenn ihr zwölf Monate lang keine Regelblutung mehr hattet, dann könnt ihr im Nachhinein sagen, dass ihr die Menopause erlebt habt. Und deshalb lächeln die meisten Frauenärzt*innen auch nur milde, wenn wir sie mit Mitte Vierzig fragen, ob wir schon in den Wechseljahren seien. Dann fragen sie nämlich, ob wir unsere Tage noch regelmäßig haben. Und wenn wir das bejahen, dann kürzen sie die ganze Fragerei mit den Worten ab: “Sie sind noch nicht in den Wechseljahren.” Dass ich mitten in der Perimenopause war, und dass meine Symptome wie zum Beispiel die Schlafstörungen damit in Zusammenhang hätten stehen können, hat mir zumindest mein Frauenarzt und auch meine Hausärztin nicht erzählt. Die Perimenopause beginnt also mit dem Absinken bzw. dem Fluktuieren unserer Geschlechtshormone und dauert bis 12 Monate nach der Menopause. “Peri” kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie “um … herum, um, umher, über … hinaus”².  Diese Phase umschließt quasi die Menopause. Danach sind wir in der Postmenopause. Und die Zeit von der ersten Regelblutung an bis zur Perimenopause nennt sich Premenopause.


Phasen der Menopause: Premenopause, Perimenopause, Menopause und Postmenopause

In der Regel setzt sie mit Mitte Vierzig ein. In seltenen Fällen kann dies aber auch schon mit Mitte 30 passieren. Zunächst sinkt bei uns Frauen der Progesteronspiegel, gefolgt vom Absinken des Östrogenspiegels. Das Ganze kann  sich über Jahre hinziehen und die Hormone können von Monat zu Monat schwanken. Nachdem unsere Geschlechtshormone mit ca. 25 Jahren ihren Höchststand hatten, sinken sie nun in der zweiten Hälfte der Premenopause kontinuierlich ab. Und ab ca. 40 kann dies körperliche und psychische Auswirkungen haben; über 20 Symptome werden mit der Menopause in Verbindung gebracht. Die typischsten davon sind: Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Gewichtszunahme, Verringerung der Libido und Reizbarkeit.     

In Deutschland haben ca. ein Drittel der Frauen keine Beschwerden beim Übergang in die Postmenopause. Zwei Drittel haben Beschwerden, die Hälfte davon ist stark betroffen.

Du merkst, dass du in der Perimenopause sein könntest, je mehr der folgenden Aussagen du mit Ja beantworten kannst:

Du bist damit nicht allein. Alle Frauen kommen früher oder später in die Perimenopause. Statt verlässlich jeden Monat in aller Regelmäßigkeit Östrogen und Progesteron zu produzieren, verringern unsere Eierstöcke langsam ihre Aktivität bis sie irgendwann ganz aufhören, Hormone zu produzieren. All das ist ganz natürlich. Das heißt aber nicht, dass du all diese Symptome einfach so aushalten musst.

 Wenn du noch mehr verstehen möchtest, was hormonell in deinem Körper passiert, kannst du dich unter HORMONE einlesen. Ansonsten kannst du auch direkt unter WAS KANN ICH TUN weiterlesen.

1) Statistisches Bundesamt, Anzahl der Suizide 2017 nach Altersgruppen und Geschlecht, https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/suizide.html

2) Wiktionary, https://de.wiktionary.org/wiki/peri-