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„NUN BIN ICH REGELLOS!“

Petronella

Liebe Petronella, du bist eine ganz besondere Freundin. Ich hab so viel Respekt für dich. Du hast so unfassbar viel geschafft und dabei so viel Gutes geschaffen. Wie schön, dass es dich gibt. Ich freu mich auf mehr Momente mit dir.

 

Wie geht es dir in diesem Moment?

Mir geht es gut, wenngleich ich mir viele Gedanken darum mache, welche Auswirkungen die Pandemie für uns persönlich aber auch für unsere Gesellschaft hat, in DEU und weltweit.

 

WAS GIBT DIR ENERGIE?

Wenn ich Dinge gestalten kann, wenn ich an großen Dingen mitwirken kann, dann verspüre ich Tatendrang. Auch wenn ich an mein Referat denke und weiß, dass ich nicht nur die Arbeit sondern auch das Zusammenwirken der Menschen mitgestalten kann. Ich bin motiviert, wenn ich erlebe, dass ich durch meinen Einsatz die Welt ein klein wenig besser machen kann. Das reicht. Außerdem etwas Schlaf, Zuneigung meines Freundes, gute Gespräche mit ihm und meinen Kindern und natürlich Freundinnen, gutes Essen sowie meine Laufrunden und meine Pilatesgruppe.

 

was kostet dich kraft?

Wenn ich auf Widerstände stoße, dann kostet mich das Kraft. Wenn ich mich nicht akzeptiert fühle, gehe ich aus dem Kontakt und vermeide. Die Auseinandersetzung und der Umgang mit dem Unvermeidlichen, das kostet mich Kraft.

 

 

DEIN LEBEN IN FÜNF ERLEBNISSEN

Meine Geburt, an die ich mich nicht erinnern kann, wie auch eigentlich die ersten fünf Jahre meines Lebens. Im Vorschulalter ging ich mit meinem Vater auf eine Vieh-Versteigerung bzw. Auktion und ich ging verloren. Das war so schlimm, dass ich heute die Panik noch spüre. Dann als Nächstes: nach Ausbildung und 5jähriger Berufstätigkeit aufzubrechen, meinen damaligen Freund zu verlassen und mich aufzumachen in eine unsichere Zukunft in einer neuen Stadt mit Studium und neuen Menschen. Nummer vier: Mitten im Examen meine Tage nicht zu bekommen, auf den Test zu schauen und zu erkennen, dass ich schwanger bin und zu denken: das ziehe ich durch – trotz allem! Und schließlich : nach 27 Jahren mit dem Mann zusammenzukommen, in den ich mich im Studium auf einer Studentenparty unsterblich verliebt hatte, der aber bis vor gar nicht allzulanger Zeit „besetzt“ war!

 

WAS IST DEINE HALTUNG ZUM ÄLTERWERDEN?

Es ist viel schwerer als ich dachte. Ich dachte, mich trifft es nicht so hart. Ich werde auch im Alter noch jung wirken. Ich werde auch dann noch wirbelig sein und unangepasst. Doch dann beginnt es, dass Du Dir Dinge nicht mehr so gut merken kannst, dass Du Sachen vergisst und Du hast keinen Plan, wo das hinführt. Du machst Dir Gedanken darüber, dass nun Einschränkungen begonnen haben, dass Du auf dem Rückzug bist. Das Lesen geht dann auch auf einmal mit der zunehmenden Weitsichtigkeit neben der immer schon bestehenden Kurzsichtigkeit nicht mehr so doll und Du wartest nur darauf, dass dann auch noch Schwerhörigkeit dazu kommt. Das macht mir viel aus. Was mir auch was ausmacht ist das äußerliche Altern. Und da geht es nicht nur um Schlupflider, Falten und graue Haare. Es kostet Deinen Körper was. Spätestens mit Stufe zwei, mit Hitzewallungen, Durchschlafstörungen und rheumatischen Gelenkbeschwerden. Doch damit nicht genug. Dann kommt Stufe drei und Du bist Deine Tage gerade erst mal 1 1/2 Jahre los, dann reichen die hormonellen Veränderungen so weit, dass Du aufgrund von Hormonmangel auch noch eine fette Scheidenentzündung bekommst. Das hätte ich so nicht vermutet. Schön ist, wenn man offen mit dem Älterwerden und den einhergehenden Veränderungen umgeht und als Vertreterin des Jahrgangs 64 gibt es viele Frauen und Männer, bei denen ich anspreche, was mich bewegt. Mit einigen kann ich ernsthaft und auch mal flachsend übers Älterwerden hinwegkommen und es auch als Qualität begreifen. Und es tröstet dann auch ein klein wenig, dass das Altern vor niemandem Halt macht.

 

Was löst das Wort “Wechseljahre” in dir aus?

Nach der Regel bist Du regellos. Das finde ich gut. Ich habe mich vielen Regeln unterworfen, hatte bisweilen nur wenig Freiheitsgrade und deshalb ist das mein Leitsatz: Nun bin ich regellos!

 

Was war der Moment, in dem Du zum ersten Mal dachtest: "Das könnten die Wechseljahre sein!"? Oder war der noch gar nicht da?

Ich hatte, so lange ich zurück denken kann, PMS. Insofern gab es, was das Beschwerdebild angeht, einen fließenden Übergang. Ich habe zum ersten Mal gedacht, dass sich massiv etwas ändert, als ich vor ein paar Jahren über drei Wochen sehr stark blutete. So stark, dass es bei einem „Dinner in weiß“ zum absoluten Disaster kam. Ich war dann schließlich 54, als meine Regel relativ unvermittelt aussetzte, da hatte ich schon lange damit gerechnet, dass es passieren würde.


Was hat sich für dich körperlich und psychisch verändert?

Ich achte mehr auf gute Ernährung und Bewegung. ich will auf einmal Haltung bewahren. Noch ist mein Körper einigermaßen in Form. Für mich wird mein Wohlbefinden immer wichtiger als das körperliche Aussehen. Psychisch bin ich stabiler, seit ich meine Tage nicht mehr habe. Der Zyklus hat mir viel abverlangt. Jetzt geht Veränderung vonstatten aber nicht in diesem Rhythmus und Tempo. Ich habe mehr Ruhe.

 

Was löst das Wort “Wechseljahre” in dir aus?

Ich achte mehr auf gute Ernährung und Bewegung. ich will auf einmal Haltung bewahren. Noch ist mein Körper einigermaßen in Form. Für mich wird mein Wohlbefinden immer wichtiger als das körperliche Aussehen. Psychisch bin ich stabiler, seit ich meine Tage nicht mehr habe. Der Zyklus hat mir viel abverlangt. Jetzt geht Veränderung vonstatten aber nicht in diesem Rhythmus und Tempo. Ich habe mehr Ruhe.

 

Wie gehst du mit den Veränderungen um, sofern da welche sind bzw. waren?

Ich mag Selbsterfahrung. Insofern ist eine Veränderung ein Experimentierfeld. Das geht sehr gut mit all den Befindlichkeitsstörungen, die da so auftauchen. Ich probiere dann Dinge aus, besuche einen Heilkreis, nehme homöopathische Mittel, beschäftige mich mit Hildegard von Bingen und vielem mehr. Manchmal kann ich Symptome nicht einordnen und dann machen sie mir bisweilen Angst. Das sind die unangenehmen Momente. Die Angst vor Krebs, die Angst, dass die guten Tage damit schon viel schneller zu Ende gehen könnten, als mir lieb ist. Da ist noch viel, was vor mir liegt. Ich habe mich über Jahre hinten angestellt und Entbehrungen in Kauf genommen. Ich will noch viele Jahre haben, um in Ruhe alt zu werden, Enkel zu bekommen und mich ehrenamtlich einzusetzen.

 

Wie ist der Austausch mit deiner Ärztin, oder deiner Heilpraktikerin oder deiner Freundin oder deinem Partner/deiner Partnerin zum Thema Wechseljahre?

Ich kann mit allen Genannten gut darüber reden. Es sind immer andere Aspekte eines großen Themenkreises. Darüber bin ich froh, dass ich für alle Aspekte mir lieb gewordene Menschen an der Seite habe, mit denen ich reden kann oder auch Dinge ausprobieren kann.

 

Welche Frau jenseits der Wechseljahre ist ein Vorbild für dich und warum?

Oh. ganz spontan? Senta Berger. Ihre Ausstrahlung macht mir Mut!

 

Was würdest du deinem 10 Jahre jüngeren Ich mit auf den Weg geben?

Racker Dich nicht so ab!

 

Wo siehst du dich in 5 Jahren von jetzt an? Wo bist du dann, wie geht es dir dann, was machst du dann?

Ich baue an einem neuen Lebenskonzept nach der Familienphase mit meinem neuen Freund. Wir entwickeln. Wichtig ist dabei, dass wir in uns gehen. Dass wir uns Gedanken darüber machen, uns austauschen. Noch legen wir es nicht übereinander. Aber das wird der nächste Schritt sein. Wenn jeder von uns für sich weiß, was er will, dann beginnen wir, die Pläne zusammenzuweben. Wir wollen zusammen wohnen, einen Nutzgarten haben, Hühner und vielleicht ein paar Schafe. Und ich – ich möchte mir eine kleine Schreibwerkstatt einrichten. Ich schreibe mehr, weil ich die Geschehnisse nicht vergessen will. Insgesamt will ich einfacher leben. In diesen Zeiten merke ich ganz deutlich, dass ich ein Zuhause und die Natur brauche und die Menschen, die ich liebe. Das ist viel und wenig zugleich.

 

fühlst du dich frei?

Ja. ich fühle mich frei. Es gibt noch Fesseln, die mir aber bewusst sind und ich kümmere mich darum. Ich fühle mich frei, obwohl oder gerade weil ich verbunden bin mit einem Menschen, den ich liebe und der mich liebt. Das ist ein großes wunderbares Geschenk.

 

geboren 1964
Alter beim Ausfüllen: 56

Wann halten wir mal inne und stellen uns die großen und die kleinen Fragen des Lebens? Mit wem tauschen wir uns darüber aus? Wem könnte es gerade genauso gehen wie mir – ob gut oder weniger gut oder apokalyptischer Reiter-mäßig? Was habe ich zu verlieren, wenn ich mich öffne? Und wie viel davon? Was kann ich gewinnen? – Dieser Fragebogen ist dazu gedacht, Eindrücke von Frauen zu sammeln. Damit wir voneinander lernen, miteinander lachen und fühlen können. Machst du mit?

 

 

 

Foto: Ava Sol – gefunden auf Unsplash

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